Surf – Farming – Life

09.03.2018

Mein Telefon ist ja bei unserer Dschungeltour ins Wasser gefallen, seitdem mache ich kaum Fotos. Wir haben zwar eine Spiegelreflexkamera, aber die hat auch schon ein paar Altersschwächen und wie das so ist, tragen wir die halt auch nicht immer bei uns. So langsam komme ich dem damaligen Ziel, weniger im Netz zu surfen zwangsweise näher, obwohl ich das gerade gar nicht mehr so gut finde.

Schöne Bilder macht die Kamera ja alle male und jeah, der Chia wächst und gedeiht! Freue mich schon auf die Ernte und Weitervermehrung.

Habe das erste Mal versucht hier Brot zu backen und das ganz ohne Ofen! Das Brot war ziemlich genial und innerhalb weniger Minuten weg, dafür musste allerdings ein Topf dran glauben, der jetzt als Blumentopf weiter dient. Vielleicht hat es aber auch so gut geschmeckt, weil das Sorghum von Ida mit unserer brandneuen Kaffeemühle handgemahlen war.

Viel Zeit auf dem Land haben wir letzte Woche auch verbracht. Jo ist mit 4 Frauen einen Tag lang das gesamte Buschwerk lichten gegangen und seitdem scheinen wir zwei einen Durchblick zu haben. Außerdem hat Jo 5 Bäume gefällt, damit unsere zukünftigen Pflanzen mehr Licht zum Wachsen haben und das brachte auch gleich neue Ideen für die Gestaltung des Geländes. Momentan arbeiten wir täglich daran, der entstandenen Biomasse von den gefällten Bäumen Herr zu werden.

Jo hatte sich extra eine Säge gekauft, die nach 4 Tagen Benutzung auch schon wieder den Geist aufgegeben hat. Da wir zur Reparatur oder auswechseln nach Bandar Lampung müssen, werden wir wohl die dicken Stämme nicht selber in Bretter verwandeln können. Diese kleinen Hindernisse mehren sich. Aber Probleme sind nur Probleme, wenn wir sie als solche sehen.  Für mich sind es kleine Herausforderungen, die das Leben bereichern und womit Erfahrungen gesammelt werden können, welcher Art auch immer. Damit ist das Leben definitiv viel sonniger.

Das hier ist meine größte Baustelle, hier haben die angrenzenden Nachbaren über die letzten Jahrzehnte ihren Hausmüll, Kuhdung und altes Holz entsorgt. So fruchtbare Erde! Wir wollen sie vom Müll trennen, was für ein Unterfangen, denn der Berg ist nicht gerade klein! Und was machen wir dann mit dem ganzen Plastikmüll? Ha, wir wollen leere Milchtüten damit befüllen (wir sammeln schon fleißig, haben Cafés und Hotels schon informiert und die ersten 100 schon zusammen)  um ein Haus damit zu bauen! Nach zwei Tagen Müll sammeln und in Milchtüten drücken, denke ich allerdings, dass der Müll auf unserem Land dafür vorne und hinten nicht reichen wird. Aber wir leben ja hier nicht alleine im Dorf und wer was will findet Wege.

Nicht nur auf dem Land geht es vorwärts, auch beim surfen. Ich war mal wieder hier am Hausstrand im Wasser und merke, dass ich entspannter werde und mich traue mehr Wellen anzupaddel. Aber irgendwie scheine ich entweder zu langsam oder die Wellen zu schnell zu sein. Jedenfalls sind wir dann rüber zu Tanjung Setia, wo es wesentlich kleiner war, um dort weiter zu surfen. Dort haben sich die Kinder auch ganz köstich amüsiert und versucht Skateboard zu fahren.

Dann wurde der Avocadobaum vor unserem Haus beerntet. Ganze 5 Säcke voll hat er produziert und da Joko geholfen hat, haben wir auch welche abbekommen. Eine der Avocados hat Jo’s Motorrad allerdings eine ordentliche Delle verpasst, da war er ganz schön angepisst, verständlicherweise, und hat den Rest des Tages damit verbracht sie auszubeulen.

Beim checken der Wellen in Mandiri sind wir auf diese Jungs gestoßen, die gerade aus dem Wasser vom surfen kamen. Jo redet ja immer sofort mit jedem und auch diesmal hatte er schnell die jungen Herzen gewonnen und sie teilten ihre Geschichten mit ihm und es wurde viel gelacht.

Und dann kam Jo mal wieder mit neuen Hühnern an. Diesmal eine Mutter mit 6 kleinen und eine andere fast ausgewachsense Henne. Ich bin ja mal gespannt, wann ich meine ersten selbst gesammelten Eier essen kann. Die Kinder sind jedenfalls mehr wie begeistert von den kleinen Flauschis und fangen sich, zum Ärger der Henne, die kleinen täglich mehrmals zum kuscheln ein. Dabei werden sie immer geschickter oder werden die Küken der Rennerei mürbe? Jedenfalls ist unser neues morgentliches Ritual früh aufstehen und Hühner rauslassen sowie füttern.

So langsam kommen wir in dieser Welt hier also an und fassen Fuss. Ich bin immer noch mehr wie begeistert, das hält sich bei Jo allerdings irgendwie in Grenzen. Ihm fehlt einfach die Leichtigkeit des Lebens auf Bali. Aber ich denke, dass ist alles nur eine Frage der Zeit und Gewohnheit und Anpassung. Die Zukunft wird es zeigen.

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