Resüme

14.12.2018

Jetzt leben wir wirklich schon ein Jahr ohne fließend Wasser, ohne Kühlschrank und ohne Waschmaschine und während der Regenzeit mit häufigen Stromausfällen. Unsere Familienanzahl ist gewachsen, es sind viele hin zu gekommen und viele wieder gegangen. Momentan sind wir 23, davon  15 Hühner, 2 Hasen, eine Katze und unsere geliebte Tippi. Ok die Mäuse, Ratten und Eichhörnchen, die wir hier irgendwie mit durchfüttern, zählen wir da mal nicht mit. Natur halt, wir leben mit ihr.

Ein Jahr der Observation ist vorüber. Es gab viele Hochs, einige Tiefs, aber alles nix, was es nicht auch woanders hätte geben können, nur sind die Umstände hier halt doch irgendwie Anders. Ich habe wenige der erhofften Ziele erreicht, bin aber dafür mit vielen Erfahrungen bereichert und unglaublichen Antworten ausgestattet worden. Das Leben in diesem Dorf und diesem Haus haben so manche Erkenntnisse offenbart, an die ich zuvor noch nicht mal gedacht habe. Gelernt haben wir auf jeden sehr viel, da bin ich der Schule des Lebens mehr wie dankbar für.

Und ja, nun steht fest: Wir bleiben! Bleiben, obwohl ich bis vor kurzem so richtig am Zweifeln war. Zweifeln wegen dem Verlust des Landes durch Erosion der unabwendbar ist, Zweifel die Familie in Gefahr zu bringen und einem Tsunami auszusetzen, Zweifel wegen fehlendem nahem gutem Gesundheitssystems, Zweifel wegen Angst vor schnellem Klimawandel und dessen Folgen und noch so einiger anderer Sachen.  Und dann, wo meine Zweifel am größten waren, kam meine Mutter zu Besuch und warf mir meine eigenen Worte an den Kopf.
Seitdem sind alle Zweifel verflogen und es ist klar, ich lass mir keine Angst machen, ich werde mich ihr stellen, und füge mich dem Kreislauf des Lebens. Auch wenn es gute Gründe für die Zweifel und Ängste gibt. Wir bleiben, DANKE MAMA!

Und nun zieht Jo auch noch unglaublicher Weise hinterher, der wollte ja viel lieber wieder zurück nach Bali, weil da ja alles so viel einfacher ist. Ja die Bequemlichkeit ist das Übel aller.. Aber da sind auch schon andere vor mir drauf gekommen. 
Jo  ist gerade noch auf Bali und sieht nun mit einem großen Abstand die Folgen von ungezügeltem Tourismus und reflektiert auf einmal ganz anders als zu vor. Fazit: Abstand ist also gut, Extremismus anscheinend ebenso. Und das wir hier gerade in einer extremen Situation leben, können unsere Besucher des vergangenen Jahres, mit Sicherheit bestätigen.

Was unsere Besucher neben der Einfachheit des Hauses hier weiter überzeugt hat, ist einfach diese unglaublich schöne Natur. Obwohl was heißt hier Natur? Laut Wiki ist Natur unberührt vom Menschen, und der Regenwald war bis vor 50 Jahren, nach Aussage eines Nachbarns, hier bis zum Strand. Und jetzt stehen hier gepflanzte Kokospalmen, Palmen welche diese atemberaubenden Umrisse beim Sonnenuntergang hinterlassen. Und was atemberaubend bedeuten kann, lässt sich hier nun wirklich mit Leib und Seele erfahren.

Jetzt haben wir das Haus in dem wir wohnen noch um ein weiteres Jahr. Ich hätte es ja gern noch länger gehabt, da es mich immer wieder so schön auf den Boden der Tatsachen bringt. Also werden wir gezwungener Maßen demnächst anfangen zu bauen und schauen, dass es so simpel wie möglich bleibt. Das wird nicht so leicht, denn es gibt so viele tolle Sachen, die das Leben so viel leichter machen. Nur macht uns diese Bequemlichkeit leider verschwenderisch. Na ich bin gespannt wie weit wir es schaffen, es so simple wie möglich zu halten, damit der Maßlosigkeit ( wie interessant! das ist ein Synonym für Verschwendung) ein Ende gesetzt wird.

Also wer mal so richtig “back to the roots”, also das Extreme sucht, sollte im kommenden Jahr uns in diesem Haus noch ein mal besuchen kommen und sich schnell seinen Platz sichern! Ich kann versprechen, ihr werdet bereichert abreisen. Und das auch ohne volle Taschen!

Bis dahin findet ihr mich hauptsächlich im Garten, beim kreieren, upcyclen und am Natur beobachten, also weniger hier..

One Comment on “Resüme

  1. Looks awesome, I’ll try come visit you guys next August. Send my love to the family! Jamie

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