Forces of nature

1.12.2017

Der Plan war anders und nun schreibe ich euch heute aus dem Haus eines ehemaligen Studienkollegens von Jo anstatt aus Bandar Lampung. Wir sind ca 40km von Jakarta entfernt, denn weiter haben wir es nicht geschafft.

Gestern abend sind wir los und wollten endlich rüber nach Sumatra, doch ein durchgeschmorrtes Kabel um 23.30 Uhr liess uns auf der Autobahn stoppen. Wir wurden abgeschleppt und verbrachten die schlimmste Nacht der bisherigen Reise. Mücken und Lärm liessen uns kaum ein Auge zu machen.  Ich bin dem Moggel jedoch mal wieder mehr wie Dankbar, dass er uns eine Zwangspause einlegen lassen lässt, denn Naturgewalten treiben ihr Unwesen.

Wären wir weiter gefahren, hätte uns sowas überrascht, zwar an Land, denn der Hafen war schon dicht, aber auch da, hätte es mehr wie gefährlich für uns im Auto werden können. Zyklon Dahlia wütet gerade zwischen Java und Sumatra, das Foto habe ich aus dem Netz und ist vom Hafen in Java.

Die Kids haben die ganze Abschlepperei verpennt. Nachdem sie den grössten Teil des Tages zuvor mehr wie ausgiebig mit den Kindern von Jokos Bruder gespielt hatten, waren sie extremst müde.

Die Tage zuvor verhielten sich ähnlich, die Kids hatten Spass am daheim bleiben und tobten wie wild durch das Haus. Heftige Regenschauer gab es zudem in Jakarta, weshalb wir auch lieber im Trockenen blieben. Ausserdem kamen die Erfahrungen eines endlosen Staus dazu, denn Jakarta zwischen 15.00 und 20.00 mit Auto, geht gar nicht. Und wir waren mitten drinnen.

Einen Tag haben wir uns dann aber doch raus getraut und es war dann auch mal einer halbwegs ohne Regen und ohne Stau. Wir sind nach Bogor zum Palast des Präsidenten gefahren und haben uns den umliegenden schönen Botanischen Garten angeschaut.

Die An- und Abreise war es definitiv wert, denn wir haben nicht nur schöne Fotos gemacht, sondern auch Samen und Bücher bekommen.  Unsere Pflanzensammlung ist auf jeden Fall gewachsen. Hoffentlich bekommen wir sie alle heile rüber zu ihrem neuen Zuhause.

Die riesigen Bäume im Kontrast zu den riesigen Häusern, die wir tags zuvor in Jakarta Mitte gesehen haben, hat uns alle aufatmen lassen. Eine gewisse Mystik lag obendrein noch in der Luft zwischen all den alten Riesen und so verbrachten wir ein paar wundervolle Stunden weg von AC und Menschenmassen.

Das absolute Highlight der vergangenen Woche war jedoch, dass Ida ihren ersten Milchzahn verloren hat. Die “erwachsenen Zähne sprießen ja schon eine Weile, aber jetzt ist der Platz da für sie. War schon ein seltsamer Moment, ihr Eintritt in die “Erwachsenenwelt”, ein mix aus Stolz und Angst, Bewunderung, Ekel (bluitge Angelegenheit) und Freude.

Ja und jetzt sitzen wir hier in Tangerang , in der Hoffnung, dass der Zyklon weiterzieht und wir vorwärts können, um endlich unsere Finger in die Erde zu bekommen.

 

One Comment on “Forces of nature

  1. Amazing people and place in Sumatra
    Score 10 out of 10 🙏🏼😊

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