26.02.2018

Heute Nacht ist meine Freundin von Bali mit ihren 2 Kindern abgereist. Mein erster Besuch! Und ich hatte mir solche Gedanken gemacht, dass sie es nicht mag oder ganz schrecklich findet und nicht wieder kommen möchte, da sie so aus einer ganz anderen Welt kommt. Weit gefehlt, sie würde am liebsten unser Haus gleich für 10 Jahre mieten!! Der Zauber der Gegend und das einfache Leben hat also auch sie gepackt. Welch eine Freude sowie Verwunderung für mich! Vielleicht sehen wir uns auch schon in 2 Monaten wieder..

Die letzten 10 Tage bestanden eigentlich nur darin einzukaufen, essen zu kochen, Kinder zu bespaßen und Ausflüge zu machen. Ida und Ella sind sichtlich traurig, dass ihre Spielkameraden heute weg sind und fragen im Stundentakt, wann sie denn wieder kommen.

Bemerkenswert ist, dass Ida mit keinem der Indokids so spielt wie mit ihrem Freund aus Bali. Sehr faszinierend war auch, dass sie so bald sie sich gesehen haben, nicht mehr aufhörten miteinander zu reden. Es gab zwischen ihnen keinen einzigen Streit und sie verbrachten von morgens bis abends miteinander spielend, lachend, flüsternd, kreischend usw.

Anfangs war die Neugier der Dorfkinder noch extremst groß, aber als sie merkten, dass die beiden nix unterbrechen konnten, ließen sie irgendwann ab und am Ende der Woche kam keiner mehr zum Spielen vorbei. Und auch heute umgibt uns eine Ruhe, die echt erdrückend ist.

Unsere Nachbarn und Hausvermieter präsentierten eines Tages diesen herrlichen Blue Marlin, Schwertfisch. Was für ein Prachtexemplar solange er noch nicht zerlegt war. Unser Dorf ist ja ein Fischerdorf, täglich wird früh rausgefahren und gegen 10 kommen sie wieder. Ebenso täglich kommt unsere Nachbarin bei uns vorbei und fragt ob wir Fisch kaufen wollen. Meistens war ich bis dahin schon einkaufen oder habe gekocht. Leider.

Mit Sicherheit hat die beeindruckende Natur dazu beigetragen, dass es meiner Freundin so gut gefallen hat. Wir hatten Wetter technisch allerdings von allem etwas. Die herrlichsten Sonnenuntergänge und auch heftigsten Regen, der ins Auto tropfte.

Am Strand haben wir die ersten 6 Tage täglich verbracht und an den letzten Tagen wollten die Kids einfach nur noch daheim spielen.

Unser Land habe ich dann bei einer herrlichen Lowtide Badesession endlich auch mal vom Meer aus gesehen, denn ich bin mal wie die Dorfbewohner raus auf das Riff gelaufen. Ich zum Foto machen, die Dorfbewohner um Krabben fürs Abendbrot zu sammeln..

Der krönende Abschluss war jedoch ein Dschungeltreck, ok, mit Kindern kann man da nicht so von einem Treck reden, mehr wie 500 m in den Dschungel haben wir es auch nicht geschafft, aber das reichte schon um einen Eindruck davon zu bekommen. Durch den Fluss zu laufen, welcher der einzige Weg war, machte dieses ganze Unterfangen für uns, so unvorbereitet in Flip Flops und barfuß, nämlich alles andere als einfach. Für das nächste Mal wissen wir Bescheid und bereiten uns besser vor! Denn es wird definitiv ein nächstes Mal geben, dazu war es einfach zu schön dort.

Der Guide erzählte, dass es Orang Utangs und noch Tiger geben soll, aber gesehen hätte er keine. Natur pur im Überfluss und wen kann das nicht beeindrucken? Mich hat es das jedenfalls mal wieder und meine Freundin auch. Oder ist es die Feststellung, dass man gar nicht so viel braucht, um glücklich zu sein? Was es auch ist, ihr Herz ist gewonnen. Wie viele werden es noch? Wer will sich ebenso überzeugen und hat den Mut uns zu besuchen? Wir erwarten dich!

 

16.02.2018

Was für eine traurige Woche. So viele Abschiede und so viel Tod. Jo hatte neue Hühner besorgt. 4 etwas teurere Tiere und 9 normale Dorfhühner in der Hoffnung, dass sie etwas älter werden, wie die überzüchteten Legehennen, die uns schon alle weg gestorben waren.

Als sich die Ersten sich an uns gewöhnt hatten, kam eins anscheinend  krank heim und war 1,5 Tage später auch schon tot. Er steckte leider vorher noch alle an, trotz Isolation. Es war wohl schon zu spät. Alle anderen Tiere wurden ebenso schwach und bekamen Schnupfen und ich ging jeden Morgen mit Bangen in die Küche, um zu schauen, wer die Nacht überlebt hat. Wir haben sie seitdem alle in Kisten verfrachtet und ich hab abends immer schön die Küche eingeheizt, so dass sie es nachts über schön warm hatten. Vitamin Tabletten und Inhalation haben nur bei einigen was gebracht und es haben bis heute, 5 Tage später, nur 4 überlebt. Eines wollte sich zu allem Überfluss ein riesiger Waran holen, da war ich leider etwas zu spät und er hatte das arme Hühnchen schon angebissen und es starb an den Bakterien seiner Zähne, die in die Blutbahnen eingedrungen waren.

Es gab aber auch schöne Tage neben der Trauer und dem Ärger mit den Hühnchen. Einen Morgen sind wir wieder einmal auf Wellensuche gegangen. Jo war aber nicht sehr angetan von der entdeckten, aber dafür konnte ich an dem Tag dann abends in Krui mal so richtig punkten und hab mir den ganzen Frust und die Sorgen der vergangenen Tage im Wasser abgespült. Ich hatte mega Spass in den kleinen Wellen, sodass ich mich endlich mal wieder wie eine Surferin fühlen konnte, da sich das in Way Jambu ja bisher noch so gar nicht eingestellt hat. Zum Abschluss wurde der Tag dann noch mit einem meega schönen Himmel kredenzt.

Dann hat Jo Sri Kaya geerntet, die ungeteilt in den Mündern der Kinder verschwunden sind. Wir könnten viel mehr ernten, wenn die Enten und Hühner nicht durch unseren Zaun kommen würden, um es uns weg zu fressen. Die Kühe kennen auch keine Grenzen, und das soll in der Trockenzeit noch schlimmer werden, da sie da nicht so viel zu essen finden wie jetzt gerade. Wir werden wohl nicht drum rum kommen, um diesen für mich unschönen Zaun.

Mein Chia ist jedenfalls gekommen, es bleibt jedoch spannend, ob ich sie wie auf Bali zuvor groß bekomme. Das ist mir dort ja leider auch nur einmal geglückt. Die ersten Beeren habe ich auch schon verdrückt, auch wenn es nur eine Angstproduktion der absterbenden Pflanze war, schmeckten sie vorzüglich. Pflanzen haben also auch Angst, was der Mensch sich bei der Apfelzucht hier auf Java wohl zu nutze macht. Demnach ist es wohl egal, was auf dem Teller landet. Ob Tier oder Pflanze sie sollten vorher doch ein schönes Leben haben und ich habe mir vorgenommen mehr dankbar zu sein für all das was ich so esse. Da bekommen die religiösen Dankesgebete irgendwie einen zuvor noch nicht entdeckten oder verstandenen Sinn, denn es steckt ja genommenes Leben drinnen. Ob diese Dankbarkeit nur bei Selbstherstellung bei mir aus tiefstem Herzen kommen kann, bleibt noch offen, bisher ist esjedenfalls irgendwie etwas besonderes selbst geerntetes zu konsumieren.

Unserem Land haben wir auch wieder Aufmerksamkeit geschenkt, es wurden die ersten Obstbäume gepflanzt und im Raster von den ersten 3000m2  alle Bäume festgehalten, so dass wir anfangen könnten Beete zu planen und dann anzulegen.

Beim markieren des geplanten Hauses haben wir dann auch gleich nochmal einen besseren Platz für das Baumhaus gefunden, näher am Gemeinschaftshaus und mit Meerblick, diese Kinder.

Für die gab es letzte Woche Unterricht im Freien. Wir sind mal zum Bali Village gefahren, weil es Babies geben sollte und haben dann gleich mal ganz viel über Schweine gelernt. Das hier ist ein Hängebauchschwein und hatte leider kein Wasser, obwohl sie wohl zu trinken brauchen.

Der Spaß durfte natürlich nicht fehlen, deshalb haben wir das im Dreck suhlen auch gleich mal am Fluss geübt und es wurde nicht nur das Gesicht paniert..

 

 

09.02.2018

Was für eine Woche. Sehr abwechslungsreich, ganz wie das Wetter. Ok Sturm war nicht mit dabei, aber Regen, Sonnenschein, mega heiß bis echt kühl am morgen war schon ausreichend Abwechslung für uns. Ebenso hielt es sich mit Besuchen. Das eine mal wollte eine ehemalige Schulkameradin mit ihrer Familie kommen, dass sie aber mit 14 Personen anrückt, war uns nicht klar.

Deshalb haben wir das Zusammensein zwecks Platzmangel schnell an den Strand verlegt und haben frische Kokosnüsse, unter anderem, mit dem Moggel an den Strand gekarrt. Und das andere mal überraschte uns der andere Deutsche hier aus der Gegend mit seinem süßen neuem Hund, nur er mit seinem Hund.

Auch spannend war einem Nachbarn dabei zusehen zu können bei der Palmenzuckerherstellung, wenn ihr mehr lesen wollt, dann schaut hier rein (Arenzucker), denn ich habe einen Blogbeitrag für eine Freundin geschrieben.

Dann lag ich mal einen Tag flach und konnte mal ein Buch lesen. Das habe ich im übrigen sehr genossen. Umsorgt zu werden, nix tun, da kann man schon mal ein paar Schmerzen ertragen für. Zum lesen komme ich ja sonst eher selten, denn abends bin ich nach 2 Seiten meistens müde und so konnte ich die 230 Seiten hintereinander weg lesen. Was ‘n Traum.

Den Tag nach meiner Bettruhe war ich natürlich hibbelig und Jo ist mit uns zu einem nahe gelegenen Strand gefahren, den er entdeckt hatte und unbedingt surftechnisch ausprobieren wollte.

Wunderschöner Strand, so wie ich ja so ziemlich alles hier schön finde. Nach Jo haben die Wellen Potential, wollen aber noch herausfinden, wann der Spot am besten läuft. Deshalb waren wir gleich mehrmals die letzte Woche da und haben getestet.

Dann funktioniert unsere Pumpe zwar noch, aber nicht sowie Jo es erwartet. Deshalb ist er mal den Brunnen runtergeklettert und hat Test weise etwas ausgewechselt. Mal schauen, ob es das ist. Wir benutzen die ja nur einmal am Tag, trotzdem bin ich froh, dass wir sie haben. Sie macht das Leben doch erheblich einfacher.

Ich habe mich mehrere Nachmittage damit vergnügt ein paar Beete anzulegen, damit wir unsere mitgebrachten Samen mal in die Erde bekommen. Allerdings scheint die hohe Luftfeuchtigkeit in die Plastik box gedrungen zu sein, wo wir unsere Samen aufbewahren und scheint sie zerstört zu haben. Jedenfalls sind von meinen 9 Versuchspflanzungen in Kokosnuss Schalen nur eine Sorte was geworden.

Und dann hatte ich endlich wieder Kraft und die Wellen waren meine Größe, so dass ich das zweite mal bei uns vor der Haustüre ins Wasser konnte. Was ein Geschenkt. Wieder 2 Schildkröten gesehen und alle Wellen für mich allein, obwohl ich sie lieber teile. Und wenn ich das öfter mal hin bekomme hier surfen zu gehen, könnte ich mich ja glattweg mit der Welle anfreunden.

Die Kinder genießen jedenfalls die Ebbe, die momentan immer auf den Nachmittag fällt, da kann man nämlich soooo herrlich in den Riffbadewannen planschen. Auf unserem Land waren wir natürlich auch, haben Müll gesammelt, entschieden welche Bäume weg müssen, wo wir anfangen ein Geräteschuppen hinzusetzen, Grenzsteine sichtbar gemacht, den Nachbarn erklärt, was wir vorhaben und so weiter und so fort. Jetzt muss es nur mal los gehen, Wetter ist ja ok für unsere Vorhaben..

 

 

02.02.2018

Alles spannende ereignete sich irgendwie am selben Tag in der vergangenen Woche. Eine Hochzeit, Ella’s B-day und eine Mondfinsternis, das war anscheinend auch etwas zu viel, denn an Jo’s B-day 2 Tage später, hatte Ella Fieber und hat bis in den frühen Nachmittag hinein im Bett gelegen und geschlafen. Allerdings war sie rechtzeitig zum Eis essen mit Papa wieder fit.

Sonntags hatte Jo die letzte Kokospalme, die er vor 1Jahr gekauft hatte, gefällt, klein schneiden lassen und im Auto zu uns gebracht. Schwerstarbeit die dicken Bretter aus dem tiefliegendem Auto zu bekommen und die drei Meter weiter zum trocknen hinzulegen.

Einen anderen Tag am nachmittag entführte uns Jo zu seinem magischen Reisfeldblick, den er ein paar Tage zuvor erst gefunden und ihm eine Gänsehaut gemacht hatte. Leider konnten ich den nicht so recht geniessen, denn ich war mal wieder mindestens genauso spannend wie das Reisfeld für mich. Eine Gruppe Kinder hatte sich uns nämlich angeschlossen und beobachtete uns beim Picknick bis sie dann für ein Foto zu traulicher wurden.

Dann hatten wir auch mal richtig Regenzeit, so wie ich sie mir vorstelle, mit Regen, Sturm und grauem Himmel über ein paar Tage. Allerdings nur 2, dann kam auch die Sonne schon wieder raus und lässt seitdem kein Wölkchen mehr vor sich.

Unsere Geburtstage sind ja Tage an dem derjenige der geboren wurde den ganzen Tag bestimmen kann, was gemacht wird. So auch an Ella’s Geburtstag, wo sie gleich nach dem Kuchenfrühstück baden gehen wollte.

Nachmittags nach einem Babychino ging es dann nochmal ins Wasser, nur an einem anderen Strand, nahe Krui. Dorthin machten wir dann auch gleich noch einen Abstecher, um mit dem Sohn des anderen Deutschen hier aus der Gegend Topfschlagen zu spielen.

Die Hochzeit an Ellas B-day war eher Nervenaufreibend, da wir warten mussten bis wir essen konnten und es war heiss. Das Paar haben wir kaum zu Gesicht bekommen, es ist nur kurz an uns vorbei. Glücklicherweise hatte Ella recht schnell ihre Freundin gefunden und ist mit ihr verschwunden. Ida war dann mit Eis happy zu bekommen. Und so haben wir alle diese anfängliche Tortour überwunden und sind mit vollen Bäuchen heim.

Im folgenden Foto seht ihr Okta (Mitte), das mutige Mädchen, die ihre Angst vor Tippi täglich überwindet ,um zu uns zum spielen zu kommt. Sie wird von beiden geliebt und konnte sogar mit zu unserem B-day Ausflug nach Krui (das war wohl auch das erste mal, dass sie das Dorf verlassen hat).

Während eine Suche nach einem geeignetem Baum für ein Baumhaus habe ich entdeckt, dass Jo anscheinend während meiner Abwesenheit  versucht hat, einen Zaun zu ziehen. Ich bin ja kein Freund von Zäunen, da sie andere ausschließen und einen selbst begrenzen. Gut ich verstehe ihre Notwendigkeit, gerade hier mit all den freilaufenden Tieren, doch hätte ich eher die Felder mit unserem angebauten Pflanzen eingezäunt. Jo meint jedoch, das reiche nicht um unsere Landesgrenzen zu schützen. Mhm. Da muss noch eine anständige Lösung her. Hoffe wir finden eine, womit alle zufrieden sind. Denn eine gute Nachbarschaft ist wichtig..

 

 

27.01.2018

Today we went to check out a new beach for surfing. We had to round a place full of old coconuts and a man stood at a barrel burning them. So we were concerned and stopped to ask him out what he is doing.

outer skin

He explained that he is producing coal for his boss. We thought how interesting and let him show us how to do so. Pretty easy. Have look yourself:

inner skin, strong wood

He is adding coconut shells in the barrel level by level until its full and is burning them in each level.

full barrel

If all burned just cover it up with wet sand and wait until it cooled down.

cooling down

Clean it from sand and it is ready for use.

ready for sale

23.01.2018

Heute schreibe ich mal aus dem Lovina Camp eine Bucht hinter oder vor uns, wie auch immer man es sehen will. Seitdem ich zurück bin, stürmt es hier ziemlich heftig und ich denke, dass es deshalb kaum bis gar kein Internet bei uns im Dorf hat. Deshalb habe ich meine Schreibarbeiten heute mal hier her verlegt. Gut für die Oma, denn so kontnten wir auch gleich mal mit ihr skypen und ein anderen Skypetermin haben wir auch gleich noch wahrgenommen, ich Organisator.

Drei Wochen Dunkelheit, Ordnung und Sauberkeit haben übrigens ihre Spuren hinterlassen. Ich kam daheim (Way Jambu) an und war erstmal geschockt, in welchem Dreckloch wir da wohnen. Heute 4 Tage später sieht die Welt schon wieder ganz anders aus, denn es ist kein Dreck, sondern ins Haus geschleppte Natur 🙂 . Bei meiner Abreise wollte ich ja gar nicht weg und das Gefühl ist schon wieder da. Ganz schön schnell dafür, dass ich mich an Deutschlands schöne Seiten erst nach fast 2 Wochen erfreuen konnte.

Vielleicht hätte ich das auch nicht, wenn ich nicht die Möglichkeit gehabt hätte, mir Rügen im Winter an zu schauen. Soviel schöner als im Sommer für meinen Geschmack, ok ich hatte mega Glück mit dem Wetter. Sonne und a.. kalt. Die Sonne wärmte allerdings fantastisch bei unseren Strandspaziergängen und am Abend übernahm das dann die Sauna. Da kann der Winter ja nur einen guten Eindruck hinterlassen.

Ich war ja anfangs von einigen für andere “wichtigen” Dingen echt geschockt, aber ja, wenn alles da ist, ist es wohl normal sich über andere Dinge zu ärgern. Ich hatte erstmal ein paar Probleme mich damit abzufinden oder mich anzufreunden bei all dem Reichtum und Luxus und dem leichten Leben da.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich trotz meines Wissens und dem inneren Wunsch nachhaltig zu leben, beim warm duschen und ein paar anderen Sachen sehr verschwenderisch war. Wahrscheinlich kann ich den Wert der Dinge nur achten, wenn er selbst erarbeitet ist. Ich werde es weiterhin beobachten.
Und was ist so alles während meiner Abwesenheit in Way Jambu passiert? Jo hat einen Gartenzaun hinter unserem gemieteten Haus gebaut oder ausgebessert und hat begonnen den Garten zu bepflanzen.

Er hat Hügelbeete angelegt und seine geschundenen Handgelenke trotz seines Schonauftrag vom Arzt eingesetzt. Es wuchs schon so einiges dort und jetzt noch viel mehr. Von allen gekauften Früchten wurden ja die Samen aufgehoben und jetzt schauen wir mal, was diese herrliche Erde hier unten daraus macht.

Dann hat er 5 20Tage alte Küken aus einer Legebatterie gekauft (gerettet). 2 davon sind schon gestorben. Eins wurde vom Waran gefressen und das andere war krank, sass einen ganzen Tag an unserem Feuer und war dann tot. Hühner waren für mich ja irgendwie nie Tiere mit Gefühlen, zumindest konnte ich es mir nicht vorstellen, hab mir nie Gedanken darüber gemacht und dachte, da es keine Säugetiere sind, dass sie halt anders sind wie wir. Falsch gedacht. Sobald ich aus dem Haus komme, kommen sie angewackelt, lassen sich streicheln, laufen mir hinterher und bleiben in meiner Nähe und das nach 4 Tagen.

 

Jo bemerkt ja immer wieder mal, wie dumm die drei sind. Heute sagte ich ihm, dass wenn keine Mutter da ist, die ihnen alles zeigt, woher sollen sie denn dann etwas wissen?
Nun ja, ansonsten ist nichts weiter passiert, die Kinder sind inzwischen so richtig angekommen und haben schon den lampungnesischen Singsang angenommen. Also nur noch eine Frage der Zeit bis sie sich untereinander auf Lampung unterhalten und ich nichts mehr verstehe..
Und so machen wir jeden Tag hier und da etwas und sind glücklich mit dem was wir haben. (und das ist im Vergleich mit meinen neuen Nachbarn, mehr wie viel)

 

27.12.2017

heute schreibe ich euch verschnupft in langen Hosen, hoch gezogenen Kniestrümpfen, flauschigem Pulli und dicker Birne. Ich sitze in Dland bei meiner Mom im Haus und es ist für die Mittagszeit ziemlich duster. Mir fehlt jetzt schon das Licht meines Paradieses. Normalerweise versuche ich das Wort “mein” ja zu vermeiden, doch diesmal trifft es das wirklich, denn es ist nun mal nur nach meinen Vorstellungen ein Paradies, wie ich in den letzten Stunden erfahren durfte.

Die letzten anderthalb Wochen (sorry, hatte irgendwie kein Kopf eher zum schreiben) waren sehr abwechslungsreich und das war nicht nur beim Wetter so, welches mich teilweise an den europäischen April erinnerte. Angefangen hat die vergangene Woche mit der ersten Bearbeitung unseres Landes (uns ist gut), welches Jo die Handgelenke für ein paar Tage lahmlegte, weil er nicht auf mich hören wollte (“wer nicht hören will, muss fühlen”). Wir haben Zone 1, rund um das zukünftige Haus freigelegt und so 20 mal 30 Meter mit der Machete vom Gebüsch befreit. Mir hat das Spaß gemacht, jedoch mit Sicherheit auch ein paar Tieren den Lebensraum gekostet. Während der Arbeit musste ich mehrmals an die Entdecker bei ihrer Dschungeldurchquerung denken, denn die hatten bestimmt ähnliche Gefühle oder Gedanken dabei.

Dann kam ich auf der Suche nach den Kids mal an den Strand und sah Jo und ein paar der Dorfkinder eine umgefallene Kokospalme auseinander nehmen. Erosion und Wind hatten ganze Arbeit geleistet. Die Palme war vielleicht 30 Jahre alt und voll mit Kokosnüssen, über die alle mehr wie happy waren. Das Beste der stolzen Palme war jedoch das Herz zwischen den Blättern, geschmacklich überraschend nicht übertreffbar. Ein Gaumen-schmaus wie man sehen kann.

Nach dem Essen wurde sich ausgeruht. Arbeitspausen durften natürlich nicht fehlen, sonst hätte ich womöglich wie Jo schnell die Lust verloren. Wenn man jedoch wie wir keinen Druck hat, ist das Leben einfach nur schön.

Den Kiddis haben wir es natürlich bequem gemacht, sodass wir in Ruhe unserer Arbeit auf dem Land nach gehen konnten. Die beiden sind dort sowieso viel selbstständiger, wie zuvor auf Bali, was mich immer noch überrascht und ich mich frage wieso. Mitunter liegt es wohl auch an mir, wer weiß das schon? Ich momentan jedenfalls noch nicht. Die Kids haben jedenfalls stundenlang dort abgehangen.

Dann haben wir unser Haus auf unseren ersten Besuch vorbereitet. Ich wollte damit ursprünglich dafür Sorgen, dass Jo es nicht all zu schwer so alleine auf sich gestellt an dem neuen Ort hat. Nach der ersten Woche vor Ort waren meine Bedenken jedoch völlig umsonst. Trotzdem haben wir gerade Besuch für den wir ein Gästezimmer eingerichtet haben.

Ida durfte sich dafür an der Wand verewigen, das war ihr mehr wie ein großes Vergnügen. Ich habe mich im Bad ausgelassen und es etwas aufgehübscht. Das Beste rausgeholt, was mit wenig Mitteln eben raus zu holen war. Wir haben das Haus ja nur für ein Jahr gemietet. Was man nicht alles tut für seine Gäste.

 

Während Jo sich in seiner Landerschliessungsarbeitspause mit Palmenblätterflechten beschäftigte, habe ich mir versucht einen Hut zu basteln. Sieht besser aus wie er ist. Ich werde auf jeden Fall meine Technik noch verbessern, denn es ist die gleiche wie zum Körbe flechten und davon werden wir wohl noch so einige brauchen. Und wozu kaufen, wenn die Blätter überall rumliegen und zur Verarbeitung einladen. Aber erstmal die Kälte Dlands überstehen.

Dann habe ich mich mal um all unsere mitgebrachten Pflanzen gekümmert, von denen fast alle überlebt haben. Beim Nachbarn habe ich vom Kuhstall etwas Erde besorgt und vorher ein paar der alten mitgebrachten Reis- und Erdsäcken die Enden zusammen genäht. Ein paar Bambusstöcke besorgt um sie zu beschriften. Voila Pflanzsäcke.

Dann gab es noch ein Neugeborenes Kälbchen zu bestaunen, sooo süß. Tippi war eher an dem Mutterkuchen interessiert, an welcher die Kuh herum kaute. Wieder was gelernt. Außer mir fand das irgendwie keiner eklig, ich Stadtkind halt.

Und dann fuhren wir alle nach Bandar Lampung, da meine Flugreise nach Deutschland von dort aus starte. Was für ein Trip! Die mit dem Moggel überquerten Berge mal so zu sehen, alle Achtung. Das der das geschafft hat, überrascht mich jetzt noch mehr. Und er soll das nochmal so beladen machen, denn wir haben ja noch Sachen auf Bali eingelagert. Na, da bin ich echt mal gespannt, ob er das wirklich nochmal macht. Der Berg hinauf zum Regenwald ist wirklich krass steil. Und dann gab es gleich mal den ersten kleinen Kulturschock in der Hauptstadt Süd- Sumatras mit all dem Verkehr, den vielen Menschen und den vielen Lichtern.

Und jetzt sitze ich hier in dem hochentwickelten Deutschland mit all seinen Luxus- und Wohlstandsproblemen und sehne mich zurück nach meinem kleinen Paradies.
Da ich jetzt bis Mitte Januar hier in Deutschland hänge, werde ich eine Schreibepause einlegen und wünsche euch allen da draußen einen Guten Rutsch ins neue Jahr!!!

Bis bald
Koni

 

15.12.2017

Ja paradiesisch ist es hier wirklich. Und das überschattet alles andere.

Und klar, es gibt auch Schattenseiten, aber ohne diese, wäre das Licht nur halb so schön..
Wir wurden nämlich bestohlen, ja wirklich! Beklaut!
Allerdings war der Dieb nur eine oder mehrere Katzen, die unseren Fisch gefressen haben. Schon ziemlich ärgerlich, aber nach dem 2.mal haben dann auch wir endlich gelernt, Fisch aufzuhängen oder gut verschlossen auf zu bewahren. Unsere neue Tür hat sie jedenfalls nicht abgehalten..

Auch die viele Handarbeit macht soweit noch mehr Freude wie Ärger. Kokosnüsse auskratzen, damit wir Curry essen können, ist definitiv ein schweißtreibendes, jedoch befriedigendes Ereignis. Wenn ich allerdings daran denke, dass ich mind 10 auszukratzen habe, um 1l Kokosöl zu bekommen..
Na, da denke ich mal lieber nicht dran. Ich habe nämlich unerwartet, welchen zum Kaufen gefunden, leider in Plastikverpackung, das die Freude etwas schmälert hat, so ohne Müllabfuhr.

So ein richtiger Alltag hat sich bisher noch nicht ein geschlichen, dafür haben wir wahrscheinlich zu oft spontan kleine Ausflüge zu anderen paradiesischen Plätzen gemacht.

Wie z.B. zum Mandiri Beach. Hinter dem hat sich eine Menge getan, viel neues ist entstanden. Der Strand bleibt weiterhin ein Traum, auch wenn die  Anfahrt zur Zeit ereignisreich ist. Da sich ein Truckfahrer nicht an die Gewichtsangaben halten wollte oder gehalten hat, ist nämlich eine Brücke auf der einzigen Strasse nach Krui ruiniert..

Wir wurden dann über den Strand umgeleitet, was aber nur bei Ebbe und ohne Regen geht (schlecht in der Regenzeit).

Unseren Strand haben wir tags drauf auch mal etwas erkundet und sind mal so ca eine Stunde in die entgegengesetzte Richtung unseres Hafens gelaufen.

Die Kinder haben die Pause genutzt und finden natürlich überall was zum spielen. Sie waren seltsamerweise trotz langen Laufens als Mopedverwöhnte noch fit genug wie wild auf dem Baum rum zu klettern. War ja auch einladend.

Einen anderen Tag haben wir ein Königshaus hinter Krui besucht. Das war uns Weibern allerdings schnell zu langweilig und ich hab versucht mit den Kids zum Strand zu kommen.

Weit sind wir allerdings nicht gekommen, denn ein Fluss versperrte uns den Zugang. Reichlich belohnt wurden die Kleinen dennoch, denn so ein Schlammloch macht ordentlich was her.

Dann ist noch mehr wie erwähnenswert, dass ich für einen halben Nachmittag eine Kükenmutti sein durfte. Irgendwie hatte sich das kleine Wesen verirrt und wich dann nicht mehr von meiner Seite nachdem ich etwas gestreichelt hatte. Wenn ich was tun wollte und weg ging, piepste es jämmerlich, so dass mein Muttiherz dann nicht anders konnte und es überall mit hin nahm.

Ich bin echt gespannt wie das wird, wenn wir mal unsere eigenen Tiere schlachten sollten. Wäre mehr wie glücklich, wenn das nicht passiert.

So zum Schluss, wir waren SURFEN!! Erstes Highlight: wir beide ganz alleine und dann noch zusammen!! Die Kinder haben am Strand gespielt, alleine! Und das zweite Highlight:  gleich mal die Sumatran Pipeline. Ich hatte ja immer gedacht, dass ich da niemals oder zumindest erst nach ein paar Jahren reingehen werde. Aber es war nicht all zu gross und sah nicht all zu schlimm aus und über die Freude, zusammen gehen zu können, hab ich wohl alles andere vergessen. Trotzdem krasse Welle. Respekt! Die auftauchende Schildkröte hat das ganze natürlich noch obendrein versüsst..

Jetzt kann das Leben hier so richtig beginnen..

 

8.12.2017
Es ist soooo viel passiert die letzte Woche, dass sie sich anfühlt wie zwei. Read More

1.12.2017

Der Plan war anders und nun schreibe ich euch heute aus dem Haus eines ehemaligen Studienkollegens von Jo anstatt aus Bandar Lampung. Wir sind ca 40km von Jakarta entfernt, denn weiter haben wir es nicht geschafft. Read More