05.01.2019

Ich sitze im Cabana (Jo arbeitet ja hier) wie so oft in den vergangenen Tagen. Die Kinder sind im Pool und lassen sich bespassen und ich hab Zeit euch etwas über meine Angst in den letzten Wochen zu schreiben.

Am 22.12.2018 ist ja der Vulkan Krakatau Anak ausgebrochen und ein Erdrutsch hat eine kleine Tsunamiwelle ausgelöst. Klein ist relativ, es sind um die 500 Menschen gestorben und zig mehr verletzt worden. Jo is am 25.12. morgens nach Jakarta aufgebrochen und in der Nacht zum 26.12. hat es nachts ziemlich gerumst, dreimal um genau zu sein. Ich hatte solche Geräusche schon mal gehört und hab ihnen nicht besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt, weil ich mit meinem Telefon beschäftigt war. Ich war nämlich nicht erreichbar. Ich konnte mich nicht ins Netz einloggen und wenn es geklappt hat, dann flog ich innerhalb ein oder zwei Sekunden wieder raus. Irgendwann habe ich es dann aufgegeben und bin eingeschlafen. Am nächsten morgen auf dem Markt beim einkaufen erreichte Jo mich endlich und meinte, er hätte mich die halbe Nacht versucht mich zu erreichen, ich solle Sachen packen und mich auf eine Evakuierung einstellen, der Vulkan hätte wieder gespuckt. Ok.

Erst auf dem Heimweg sackte das Gesagte dann so langsam durch und als ich ankam, ergriff mich doch irgendwie sowas wie Panik und ich raffte das Wichtigste zusammen und verfrachtete es im Auto. In dem Moment, wo ich mit einem Bein schon im Auto stand, kam der Deutsche aus Krui zu Besuch und nach einer halben Stunde reden, beruhigte ich mich etwas. Ein wenig gelassener verliess ich trotzdem unser Dorf, Tippi mit an Board. Alle anderen Tiere blieben zurück. Wir fuhren zum Flughafen in Krui den Jo uns genannt hatte, uns den Platz für die Nacht anschauen, und verbrachten den Rest des Tages im Palmbeach, was 5 min von unserem sicheren Platz entfernt war.

Gut schlafen ist was anderes, aber wir haben es überlebt und am nächsten Tag fuhren wir, nachdem wir den Vormittag nochmal im Palm Beach abgehangen haben, leicht müde heim.
Die armen Hühner, der Kater, alle haben sich gefreut als wir wieder da waren. Aber so recht wohl fühlte ich mich nicht. Jo sollte am Abend wieder daheim sein, das war zumindest ein Lichtblick und ich hatte alle meine Simkarten in Gang gebracht, damit ich zumindest erreichtbar war, um gewarnt werden zu können.
Ich kümmertte mich ums Auto, baute ein Bett rein und packte noch fehlende Dinge hinzu, damit war ich genug beschäftigt, um die in dem Moment unerträgliche Stille des Dorfes intensiver wahr zu nehmen und den Stimmchen in meinem Kopf zu zu hören.

Dann war Jo wieder da und nachdem ich mit ihm gesprochen hatte, entspannte ich mich weiter, aber allein daheim sein, wollte ich trotzdem nicht, alleine für das Überleben der Kinder zu ständig zu sein, in einer mir zwar bekannten aber doch so fremden Welt, war nicht erträglich. So kam es, dass wir jeden Tag des restlichen Jahres im Cabana abhingen. Abhingen nun auch nicht wirklich, denn ich hatte mich selbst zur Gartenarbeit verdonnert. Das Areal ums Restaurant war für mich eine Entehrung des restlichen Anwesens und da bot ich an, was dankend angenommen wurde, mich ein wenig darum zu kümmern.

Und ja, es hat sich noch keiner beschwert über meine kreativen Ausbrüche, die mich auch irgendwie weiter abgelenkt haben. Und dann kam der Tag, wo ich ein paar Pflanzen alleine holte und ich mit Moped durch die Landschaft fuhr. “Man is das schön hier” ging es mir da durch den Kopf “zum sterben schön” kam gleich hinterher und wieder einmal liefen mir ein paar Tränen über die Wangen, wie so oft in den Tagen zuvor..

Ja und nun sitze ich hier, die Sonne scheint, der Schreck sitzt noch in den Knochen und trotzdem will ich hier nicht weg. Ich würd schon gern weg von der Gefahr, aber irgendwie bin ich gefangen in meiner Liebe zu diesem Fleckchen Erde hier, auch wenn die Entscheidung zu bauen gerade mal wieder etwas wackelig ist.

14.12.2018

Jetzt leben wir wirklich schon ein Jahr ohne fließend Wasser, ohne Kühlschrank und ohne Waschmaschine und während der Regenzeit mit häufigen Stromausfällen. Unsere Familienanzahl ist gewachsen, es sind viele hin zu gekommen und viele wieder gegangen. Momentan sind wir 23, davon  15 Hühner, 2 Hasen, eine Katze und unsere geliebte Tippi. Ok die Mäuse, Ratten und Eichhörnchen, die wir hier irgendwie mit durchfüttern, zählen wir da mal nicht mit. Natur halt, wir leben mit ihr.

Ein Jahr der Observation ist vorüber. Es gab viele Hochs, einige Tiefs, aber alles nix, was es nicht auch woanders hätte geben können, nur sind die Umstände hier halt doch irgendwie Anders. Ich habe wenige der erhofften Ziele erreicht, bin aber dafür mit vielen Erfahrungen bereichert und unglaublichen Antworten ausgestattet worden. Das Leben in diesem Dorf und diesem Haus haben so manche Erkenntnisse offenbart, an die ich zuvor noch nicht mal gedacht habe. Gelernt haben wir auf jeden sehr viel, da bin ich der Schule des Lebens mehr wie dankbar für.

Und ja, nun steht fest: Wir bleiben! Bleiben, obwohl ich bis vor kurzem so richtig am Zweifeln war. Zweifeln wegen dem Verlust des Landes durch Erosion der unabwendbar ist, Zweifel die Familie in Gefahr zu bringen und einem Tsunami auszusetzen, Zweifel wegen fehlendem nahem gutem Gesundheitssystems, Zweifel wegen Angst vor schnellem Klimawandel und dessen Folgen und noch so einiger anderer Sachen.  Und dann, wo meine Zweifel am größten waren, kam meine Mutter zu Besuch und warf mir meine eigenen Worte an den Kopf.
Seitdem sind alle Zweifel verflogen und es ist klar, ich lass mir keine Angst machen, ich werde mich ihr stellen, und füge mich dem Kreislauf des Lebens. Auch wenn es gute Gründe für die Zweifel und Ängste gibt. Wir bleiben, DANKE MAMA!

Und nun zieht Jo auch noch unglaublicher Weise hinterher, der wollte ja viel lieber wieder zurück nach Bali, weil da ja alles so viel einfacher ist. Ja die Bequemlichkeit ist das Übel aller.. Aber da sind auch schon andere vor mir drauf gekommen. 
Jo  ist gerade noch auf Bali und sieht nun mit einem großen Abstand die Folgen von ungezügeltem Tourismus und reflektiert auf einmal ganz anders als zu vor. Fazit: Abstand ist also gut, Extremismus anscheinend ebenso. Und das wir hier gerade in einer extremen Situation leben, können unsere Besucher des vergangenen Jahres, mit Sicherheit bestätigen.

Was unsere Besucher neben der Einfachheit des Hauses hier weiter überzeugt hat, ist einfach diese unglaublich schöne Natur. Obwohl was heißt hier Natur? Laut Wiki ist Natur unberührt vom Menschen, und der Regenwald war bis vor 50 Jahren, nach Aussage eines Nachbarns, hier bis zum Strand. Und jetzt stehen hier gepflanzte Kokospalmen, Palmen welche diese atemberaubenden Umrisse beim Sonnenuntergang hinterlassen. Und was atemberaubend bedeuten kann, lässt sich hier nun wirklich mit Leib und Seele erfahren.

Jetzt haben wir das Haus in dem wir wohnen noch um ein weiteres Jahr. Ich hätte es ja gern noch länger gehabt, da es mich immer wieder so schön auf den Boden der Tatsachen bringt. Also werden wir gezwungener Maßen demnächst anfangen zu bauen und schauen, dass es so simpel wie möglich bleibt. Das wird nicht so leicht, denn es gibt so viele tolle Sachen, die das Leben so viel leichter machen. Nur macht uns diese Bequemlichkeit leider verschwenderisch. Na ich bin gespannt wie weit wir es schaffen, es so simple wie möglich zu halten, damit der Maßlosigkeit ( wie interessant! das ist ein Synonym für Verschwendung) ein Ende gesetzt wird.

Also wer mal so richtig “back to the roots”, also das Extreme sucht, sollte im kommenden Jahr uns in diesem Haus noch ein mal besuchen kommen und sich schnell seinen Platz sichern! Ich kann versprechen, ihr werdet bereichert abreisen. Und das auch ohne volle Taschen!

Bis dahin findet ihr mich hauptsächlich im Garten, beim kreieren, upcyclen und am Natur beobachten, also weniger hier..

31.8.2018

Die letzten Wochen waren angereichert mit vielen unterschiedlichen Tätigkeiten. Wir hatten Besuch aus Dland und die Kinder hatten ihre Freude an ihm. Er hatte die gleiche große Leidenschaft wie Ida: Hörspiel hören! Und damit war dann auch gleich mal die Basis für alles weitere geschaffen. Auch Ella war hell auf begeistert und ließ sich schlecht von ihm abschütteln, folgte ihm wie ein Schatten, denn er erzählte Geschichten wie kein anderer.

Mit der Anschaffung zweier Hasen ließ das dann etwas nach. Leider haben sie die ganze Betutelung der Kinder nicht überlebt und beim nächsten Kauf, werden wir das handhaben wie mit unseren Hühnern und lieber ausgewachsene kaufen. So traurig, diese kleinen kuschligen Wesen waren sooooo niedlich und ich habe ihnen so einen schönen Außenstall gebaut gehabt.

Dann habe ich mein erstes Dach gebaut und verstehe jetzt endlich, wie ich unser undichtes reparieren kann! Wir lernen nie aus! Die Bienen leben jedenfalls jetzt wieder im trocknen, auch wenn sie etwas angepisst waren, dass ich ihre Box etwas durch die Gegend hieven musste. Eigentlich sind sie ja recht friedlich, aber das fanden sie dann doch ein wenig zuviel des Guten um ihr schönes Zuhause rum. Sie umsiedeln steht auch noch an, bin gespannt wie das funktioniert und wann wir unseren ersten Honig ernten können!

Beobachten der Nachbarn steht auch immer wieder auf meiner Liste. Hier von Idas Freundin der Bruder beim Mango essen. Da wird kein Messer gebraucht, da wird einfach die Schale abgeknabbert, um an das süße Fruchtfleisch zu kommen! Mangos sind ja neben Dukus (Langsat, Langzones) unsere Lieblingsfrüchte. Freue mich schon auf meinen eigenen Mangobaum, aber wie!!

Dann war der Befreiungstag Indonesiens mit einer riesigen Parade in Krui, die wir uns angesehen haben. Bei uns im Dorf wurden ein paar Tage drauf auch Spiele für groß und klein angeboten. Ich war allerdings verletzt. Hatte eine kleine Auseinandersetzung mit dem Riff beim am Land kommen. War etwas unaufmerksam und schwupps wurde ich geküsst. Nur sind Riffküsse nicht unbedingt angenehm, aber eine gute Ausrede.

Aber auch unser Platz am Strand wird gut benutzt. Für Geburtstagsfeiern ist er einfach perfekt. Allerdings zieht das auch neugierige Blicke der Dorfbewohner auf sich. Hach, aber wenn die Moschee ruft sind alle weg und der gemütliche Teil des Abends kann beginnen. Bringt schon Freude anderen eine Freude zu bereiten und das geht mit so kleinen Dingen, wie zusammen sein, gemeinsam essen und die Natur genießen. Halt einfach großartige Erinnerungen schaffen!

Unsere Hühnersippe wächst auch unaufhörlich und meine Hühnerkinder machen die verrücktesten Sachen mit dem Federvieh. Wer hätte das gedacht, dass diese Tiere so genial sind und uns so ans Herz wachsen?

Aber nicht nur das Federvieh vermehrt sich, wächst und gedeiht, auch der Hausgarten wuchert an einigen Stellen gut vor sich hin. Mein Basilikum, wird/ muss regelmäßig beerntet werden, weiß gar nicht was ich mit soooo viel anstellen soll. Hab schon Pesto draus gemacht und getrocknet habe ich auch schon so einige Sammlungen. Verschenken wäre ja eine Variante, verkaufen, vielleicht verfüttern?

Dann hatte ich mich mal wieder meinem Müllprojekt zugewendet und ein paar Milchtüten bestückt, aber bei all den Sachen die so täglich anfallen auf so einer Farm und mit Kindern daheim, gibt es immer gute Gründe diese dreckige Arbeit auf zu schieben. Um so mehr freue ich mich wieder ein Stück voran gekommen zu sein. Der Müll wird ja schließlich nicht weniger., nur wenn er in die Boxen gepresst wird.

Wäsche waschen ist zum Beispiel so eine anfallende Aufgabe. Wir haben ja eine Waschmaschine da stehen, aber ich weigere mich die an zu schließen. Abgesehen davon, dass wir nicht wirklich einen guten Platz dafür haben, habe ich irgendwie den Wert entdeckt, Wäsche mit der Hand zu waschen. Ich achte außerdem darauf, dass weniger so schnell im Wäschekorb landet, was der Umwelt ja zu Gute kommt. Weniger Waschmittel, weniger Wasser, Strom ja sowieso nicht sind so einige Nebeneffekte einer Handwäsche und dann das Gefühl, etwas mit eigenen Händen geschaffen zu haben..

Viele Wellen zu sehen gab es auch wieder und die Schönheit dieser Welle lässt einfach alles vergessen, was Kummer bereiten könnte.

07.08.2018

Und schon wieder ist massig Zeit ins Land gegangen. Produktive Zeit ohne Frage, allerdings ist die irgendwie schwer einzufangen. Ich versuche Euch trotzdem kurz einen kleinen Einblick zu geben.

Hier zum Beispiel habe ich einen Blumenkasten aus gefundenen Holzresten zusammengebaut und so wie ich es damals auf der KulKulFarm in Bali gelernt habe, befüllt. Unten mit Steinen, damit keine Staunässe entsteht, darauf Pappe, denn diese ist Zellulose und Kohlenstoffreich und zusammen mit der nächsten Schicht aus grünen Küchenabfällen und normaler Erde entsteht ein wunderbarer nährstoffreicher Boden für die Samenaufzucht.

Auch in einen von mir ausgehöhlten Bananen Stamm versuche ich gerade etwas groß zu ziehen. Es sprießt glücklicherweise nur so in den Kokosnuss Schalen und es ist eine Freude den Sachen beim wachsen zu zu sehen. Das Pikieren hat mich jedoch nachdenken lassen, das ist nicht wirklich natürlich. Mal schauen ob ich dabei bleiben möchte und was es noch so für Wege gibt.

Beim wässern des Gartens kommen gerne mal große Unkräuter vorbei und berauben die kleinen des kühlen erfrischenden Nasses. Aber alles will wachsen und gedeihen und da es ein kein Unkraut gibt, sondern nur Beikraut, gieße ich natürlich diese ganz besonders gern 😉

Schließlich braucht es ja eine Menge Kraft, um all die neuen Dinge zu entdecken, und das Wasser der Grundstein des Lebens ist, wissen wir alle. Jedenfalls wird von den Kindern hier ja so ziemlich alles bespielt, was ihnen in die Hände kommt, kleine Vögel, Fledermäuse, Libellen, Schildkröten usw dürfen sich in Kinderhänden winden. Da schlucke ich so manches mal, wenn ich das Leid der Tierchen sehe. Hier ein Babyflughund, der eigentlich lieber schlafen würde.

Aber auch unsere Hühner haben da so einiges zu erleiden, nur kann ich das hier eingrenzen. Ich darf sie immer nämlich immer wieder daran erinnern, dass alle Lebewesen Schmerz wie wir empfinden. Irgendwie scheint es nicht hängen zu bleiben und ich fühle mich schon wie eine Schallplatte. “Wenn das Kind etwas nicht versteht, dann sollte der Sender seine Worte wechseln”. Mhm, mir fallen nur keine mehr ein. Jedenfalls war ich fleißig Stroh sammeln und habe den Hühnerstall erweitert, damit alle unsere brütenden Damen es gemütlich haben. Die ersten Küken sind da, weitere folgen..

Und dann gab es mal wieder ein Fest im Dorf. Ich hab wieder mitgeholfen beim backen und kochen und vor bereiten. Irgendwie verbindet das ja. Habe mich diesmal auch schon viel mehr ausgetauscht und gleich mal ein neues Rezept an Land gezogen. Wie immer ohne Maßangaben, aber das werde ich bei ausprobieren schon raus bekommen. Ganz schön anders das Leben hier unten.. Spannend und lehrreich.

Und dann war da der groß angekündigte Swell, der dann auch so eintraf und wirklich riesig war- Leider in perfekter Kombination mit einer Springtide, d.h. hoher Wasserstand bei Flut und große Wellen. Jo’s Arbeitsplatz ist so dich am Meer, der wurde etwas weggespült. Etwas ist gut, ich war bei einer hereinkommenden Welle anwesend, schon ziemlich beängstigend. Auch bei uns ist so einiges am Land weggebrochen und der Hafen aus unserem Dorf ist komplett verschwunden. Zumindest hat der Strand sich so verändert, dass es jetzt keinen Fluss mehr zum baden gibt und ich ein Haus sehen kann, welches vorher hinter einem dichten Wall aus Busch versteckt war. Die Kraft des Meeres.

Und dabei kann das da am Strand so schön sein und ist es die meiste Zeit ja auch, aber dieser Swell war wirklich heftigst! Nichtsdestotrotz bin ich weiterhin mehr wie glücklich mit meinen Händen in der Erde hier und dem Kopf in der salzigen Luft. Auch meinen drei Damen schmeckt das Leben hier mit jedem Tag mehr. Welch Freude

Fühlt euch gegrüßt und eingeladen zum helfen vorbei zu kommen..

 

 

 

20.7.2018

Oh man, die Zeit vergeht ja echt wie im Flug! Ich bitte um Entschuldigung, dass ich so lange nix von uns hab hören lassen. Wir sind inzwischen auch wirklich schon wieder fast einen Monat zurück aus Dland. Wir hatten ziemlich lange Jetlag Probleme, die uns das Ankommen echt erschwerten. Seit ca 5 Tagen wachen wir morgens endlich wieder mit der Sonne und den Hühnern auf und ein Rhythmus, der kein Rhythmus ist, zumindest nicht wie ich den so geplant hatte, hält Einzug. Aber wie das immer so mit den Plänen ist: “Meist kommt es anders und dann auch noch als man denkt!” Zumindest sind wir als Familie wieder vereint, auch wenn wir bei all der Ablenkung in Dland, kaum Zeit hatten, unser Leben hier zu vermissen.

Und es gibt ja doch neben Papa so einiges hier, was so wunderbar ist, dass es vermisst hätte werden können. Das fast tägliche Schnorcheln zum Beispiel, welches uns immer so schön in eine andere Welt hineinzaubert. Die Kinder werden einfach nicht satt von dieser Schönheit und Andersartigkeit unter Wasser. Ich hatte vorsorglich ein Fischbestimmungsbuch in Dland besorgt, so dass wir jetzt die Namen in allen möglichen Sprachen lernen können. Dabei hilft uns zusätzlich ein Nachbar, ein lokaler Fischer, der täglich sein Essen vom Riff holt. Soweit ich weiß, gibt es nämlich kein Wörterbuch für Lampungnesisch und er kennt sich wirklich aus.

Und dann ist da unser allerliebstes Lieblingshuhn, an das wir da schon öfter dachten! Das musste sich allerdings ernsthaft erst einmal wieder an uns gewöhnen! Was wir hier nicht alles lernen. Sowas kann kein Buch, kein Klassenzimmer, kein Lehrer. Nur das Leben selbst. Wir sind so reich beschert hier unten und wissen es leider meist gar nicht. Um so schöner ist es, wenn mich das Blog schreiben immer mal wieder drauf aufmerksam macht oder halt mal unsere Abwesenheit, Zeit zum reflektieren gibt. Meine Schulung der Achtsamkeit ist ja auch noch nicht abgeschlossen und ein mich beständig begleitendes Thema.

Und dazu hat mich nicht das Yoga gebracht, sondern die Erkenntnis, dass was vollkommen falsch läuft zwischen den Kindern und mir und das leider erst vor mehr wie zwei Jahren. Yoga hilft natürlich bei der Achtsamkeit, aber letztendlich hilft es nicht alte Strukturen im Denken zu verändern. Jedenfalls freue ich mich, dass meine große Gefallen daran gefunden hat und hoffe inständig es mehr und mehr in unser aller Leben zu integrieren, denn die Vorteile liegen auf der Hand.

Our garden behind our rented house has demand a lot of attention in the last weeks. Jo was not to often at home to scare away the hungry cows. After they ruined our fence they seriously eat almost all our plants. So I was looking first for building materials so I could fix the gabs, after that I made almost all garden beds new to add new plants. and than? Guess what happen! A calve found a small space and entered our renewed garden and eat my new planted plants. Believe it or not! What a disaster for me.

Unser Garten am Haus hat mir besonders viel Aufmerksamkeit in den letzten Wochen ab verlangt. Jo war ja zu selten daheim, um die Kühe aus dem Garten zu halten und die haben ernsthaft fast alles weggefuttert nachdem sie den Zaun niedergetrampelt hatten! Demnach war ich erstmal auf Suche nach Baumaterialien und reparierte dann die beschädigten Stellen. Daraufhin folgte dann Beete ausbessern und neue Pflanzen setzen. Und dann kam so eine kleines süßes Kälbchen vorbei, als ich mal nicht daheim war, und dann nochmal als ich daheim war, sowas von ärgerlich! All die Arbeit, und wieder neu pflanzen. Aber all die Arbeit wird sich lohnen, und es war auch nicht wirklich Arbeit: “Denn wenn man das tut was man liebt, braucht man nie mehr zu arbeiten.” Das war ja schon immer einer meiner Lieblingssprüche und bewahrheitet sich mal wieder, auch hier unten. Komischerweise haben die hungrigen Kühe meine paar Blumen jedoch gemieden, wenigsten eine kleine Freude meinerseits!

Den Waran, der uns schon so viele Kükenleben gekostet hat, hält der Zaun allerdings nicht ab. Nachdem ich mal einen auf eine Kokospalme habe klettern sehen, frage ich mich sowieso, warum der Nachts nicht alle Hühnerställe leer räumt. Wir haben ihn jedenfalls mal wieder beobachten können auf seinem Streifzug durch unseren Garten.

Auch andere Projekte habe ich endlich aufgenommen. Irgendwie hat der Dland Besuch mich ja beflügelt! Auch wenn immer noch nicht klar ist, was wir jetzt nun machen, habe ich mal begonnen die Milchkartons mit Müll zu bestücken, um später daraus ein Haus daraus zu bauen. Das hat auf jeden Fall das Interesse bei meinen Nachbarn geweckt, so ungefähr wie: “Was macht die verrückte Weiße da schon wieder.” Hihi.

So wie ich beobachte wurde, verfolgen wir die Erosion, die an unserem Land momentan bei diesem großen Swell doch ganz schön heftig knabbert. Wir sind uns noch nicht so ganz klar, ob wir den Verlust tragen wollen, denn einen Meter pro Jahr geht mit Sicherheit verloren und gegen die Natur wollen wir schließlich nicht kämpfen. Unser geplantes Jahr der Observation ist ja noch nicht vorbei, somit haben wir noch etwas Zeit darüber nach zudenken, aber die Zeit rennt. Meine Selbstsicherheit in Bezug hier unsere Zukunft zu errichten, ist zumindest zum ersten mal etwas am wackeln. Etwas!
Jo hat ja nun auch nicht so wirklich Lust nur im Garten zu ackern und war ja die ganze Zeit eh ziemlich stark am schwanken, was mich ja nicht beirrt hatte. Bei ihm hat sich da allerdings in unserer Abwesenheit etwas getan. Seine Unsicherheit hat sich ein wenig gewandelt, denn er hat Arbeit gefunden. Mit der können wir uns das Leben und den Aufbau unserer Farm, ohne weiter von den Reserven zu leben, eigentlich nun noch einfacher und schneller ermöglichen. Diese Grundsicherheit gibt somit wieder eine  andere Voraussetzungen für die Zukunft. Nun ja wir werden sehen. Jo war da ja nicht so zuversichtlich und relaxt wie ich. Die Liebe Angst. Ein Thema für sich.

Trotz des Kahlfraßes hat unser Garten schon mal etwas Kassava hergegeben, versorgt uns leider noch nicht für lange und somit kommt der Job wie gerufen, wir brauchen einfach Geld, um Essen zu kaufen. Dafür haben diese selbst gepflanzten, selbst geernteten, selbst gemachten Chips besonders gut geschmeckt und waren natürlich im Nu weg!

Jaja und damit kommen wir auch zu der Frage, was denn nun das wesentliche im Leben ist, von welchem wir uns entfremdet haben. Ich würde sagen, das Wesentliche ist Essen, denn ohne Essen können wir nicht leben, die meisten jedenfalls nicht. Und das wir uns davon alle Entfremdet haben, bedarf keiner weiteren großen Erklärung, denn wer baut schon sein Essen noch selber an? Was diese Entfremdung jedoch bewirkt, konnte ich bisher eher kaum selber begreifen. Und damit meine ich nicht verstehen, denn wissen tue ich das schon länger. Begreifen ist etwas anderes und würde es eher erfahren nennen. Und dazu komme ich durch diesen Wechsel zwischen der ersten Welt, die wir immer mal wieder besuchen und der Welt hier unten. Den Wert einer Sache zu begreifen, klappt bei mir zumindest nur, wenn ich es selber mache, sobald ich es nicht mehr selber mache, werde ich bequem und verschwenderisch, auch wenn ich das Bewusstsein habe, dass die Bequemlichkeit den Wert zerstört, siegt dennoch die Vereinfachung des Lebens, die Bequemlichkeit und damit beginnt meines Erachtens die Verschwendung. Und wo uns die Verschwendung hin führt, sehen wir ja. Deshalb bin ich mehr wie froh wieder hier unten zu sein, meinen Weg, der Bequemlichkeit entgegen zu treten, weiterzugehen, weg von Verschwendung, weg von einem entfremdeten Leben hin zu einem wertvollen, respektvollen, achtsamen Leben, das ich hier nun schon teilweise erfahren durfte, auch wenn es nicht immer leicht ist.

Nun ja, ich wünsche mir natürlich weiterhin diese Erfahrungen noch mit vielen Menschen teilen zu können und davon so einiges an unsere Kinder weiter zu geben. Ich wünsche mir halt eine lebenswerte Zukunft und/ oder überhaupt eine Zukunft für die nächsten Generationen. Aber wer tut das nicht?

 

09.05.2018

Diesmal der Rückblick schon aus Deutschland geschrieben, dem warmen, frischen, grünen Deutschland. Gar nicht so übel hier, obwohl ich so gar keine Lust hatte her zu kommen. Wir erwarten unsere ersten Hühnerküken und es gibt so viel zu erledigen. Naja aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Abschiedsfeiern waren jedenfalls bombastisch. Auch nicht schwer bei der Schönheit des Strandes, den perfekten Wellen, der warmen Luft mit der leichten Briese und unserer Bank da. Lagerfeuer, Stockbrot, Grillfisch, Nudelsalat, ein ansehnlicher Sonnenuntergang und anderes waren die Highlights. Eigentlich eher ein Beginn von einer sich einschleichenden Regelmäßigkeit von Treffen, nur sind wir ja jetzt erstmal nicht da. Abschiedsgrund war nicht nur unsere Abreise, sondern auch die von Johannes ein paar Tage zuvor. Echt schade.

Wir haben aber nicht nur unseren Strand anständig befeiert und verabschiedet, sondern auch unsere Lieblingseisstelle vermehrt mit unseren Besuchen beehrt. Bei einem Eis blieb es da nie, denn dafür ist es viel zu köstlich . Und das MAN Bauchschmerzen von zuviel Eis bekommt, naja habe ich selbst an mir erprobt. Quatsch mit Soße, trifft nicht auf mich zu und die Kids sollen das nicht erst mit 25 herausfinden. Anlügen ist eh nicht so meins. Wobei diese kleinen Alltagslügen meist schwer erkennbar sind. Wir üben uns, wir versuchen achtsam zu sein.

Und dann meine erste selbstgemachte Pizza in Way Jambu! Es kam nur dazu, weil Johannes davon sprach, dass ihn mal jemand eine in der Pfanne gemacht hätte. Dabei kam mir der Gedanke an meinen ersten Versuch einer glutenfrei und veganen Pizza in Bali. Und da mein europäischer Basilikum so vor sich hin wucherte, haben wir kurzerhand am nächsten Tag, die noch nicht vorhandenen Zutaten gekauft und haben Pizza mit Tofu als Käseersatz gemacht. 6 h Autofahrt um Mozzarella zu besorgen, wollten wir dann doch nicht. Sieht nicht nur gut aus, schmeckte auch überraschender Weise genial, was hauptsächlich an der Gewürzmischung des Tofus lag! Es blieb auch nicht bei dem einem mal, ich durfte eine Woche später gleich nochmal eine machen.

Auch Ida versucht sich regelmäßig im Kochen, nur ist da wohl das Feuer machen interessanter als der Geschmack des Essen. Fast täglich kommt sie an, um sich das Feuerzeug aus zu borgen. Die Welt ist so anders hier, kein Erwachsener der das beaufsichtigt. Was für eine Freiheit.

Diese Kokosnussschalen sind aber auch einfach einmalig, so viel einsetzbar und sie werden hier trauriger weise einfach verbrannt. Ich denke früher wurden sie zum Feuer machen und Essen kochen benutzt. Heute gibt es in jedem Haus einen Gaskocher, sodass sie einfach ihre Wertigkeit verloren haben. So ist das ja mit vielen Dingen. Das stelle ich hier ja bei vielen Dingen fest und jetzt hier in Dland lässt sich das noch besser reflektieren, heraus finden. Der Abstand macht es! Meine zwei Welten, so gegensätzlich und so lehrreich, erkenntnisreich!

Wie ihr unschwer erkennen könnt, habe ich angefangen einen Zaun zu bauen. Bin gespannt, wie lange der die Kühe abhält, bei uns am Haus brechen die ja regelmäßig ein, trotz des Zaunes. Da höre ich es aber meistens.  Leider ist unser Grundstück, dann doch zuweit weg von unserem momentanen Haus, so dass ich erstmal nur Ananas anpflanze. Jedenfalls geht es hier also in kleinen Schritten voran, irgendwie, so weit wie es halt machbar ist mit eigener Mannes (Frauen) Kraft. Das Baumhaus jedenfalls wurde so gut von den Nachbarkindern bespielt, dass der Baum nachgegeben hat und einen halben Meter abgesackt ist. Da haben wir uns wohl doch den falschen ausgesucht oder die Frequentierung der Kinder unterschätzt. Jetzt haben wir erstmal Stützen runtergestellt, damit er uns nicht komplett umfällt sowie dem Baumhaus Stelzen verpasst und soweit wieder hergerichtet, dass wir etwas weiteres haben, auf das wir uns freuen können, wenn wir nach Hause kommen.

Als wenn es davon nicht genug geben würde. Unsere halb Erwachsenen Küken, dann unausgebrütete Eier, frisch gepflanztes und gesätes und dieses Kälbchen, was sich streicheln lässt. Davon gibt es ja nicht all zu viele. Alles Vorfreuden. Leider ist Kiki schon verstorben, unsere Versuche es mit einer Jacke warm zu halten, hat leider nicht funktioniert. Die Erkältung, Viren waren stärker.

Für mich ist und bleibt ja das schönste: DIE WELLE. Ich bin da auch anscheinend nicht die einzige, sobald Swell da ist, kommen immer wieder Leute vorbei, um zu schauen und/oder zum surfen. Und die Hauptsaison mit den wirklich dicken Brechern hat noch gar nicht begonnen!

Irgendwie hatte sich aber in den vergangenen Wochen die Regenzeit noch mal in ihren letzten Zügen gezeigt und es regnete regelmäßig am nachmittag. So konstant auf solch eine Dauer habe ich es die gesamte Regenzeit nicht beobachtet. Nicht das uns der Regen stört, es war nur erstaunlich so spät im Jahr nochmal soviel Regen zu haben. Vergnügt haben wir und die Pflanzen sich damit eh..

Und dann an unserem letzten Tag haben wir noch eine kleine Tour ins Hinterland gemacht und folgendes entdeckt: Meer und Reisfeldblick auf einen Schlag und dann ca 80 m über dem Meeresspiegel. Nicht das ich Angst vor einem Tsunami hätte, aber ein schönes Fleckchen Erde war es trotzdem!

Ich freu mich jetzt schon auf mein Zuhause, denn irgendwie fühl ich mich da so verbunden mit der Gegend, ist schon ein Wahnsinn! Aber solange wir in Dland sind, wird wohl nix großartiges auf unserer Farm passieren, da ich der treibende Keil bin. Die Zeit nutzen werde ich trotzdem, denn es ist geplant die Webseite zu erneuern. Mal schauen wie das so klappt bei unserem vollen Terminplan, aber WAT MUT DAT MUT, deshalb BiS BaLD WieDeR hier.

Koni und Familie

17.4.2018

Und wieder 2 Wochen rum. Besser ich freunde mich mit dem neuen Rhythmus an, anstatt mich zu ärgern. Die schöne Energie benutze ich doch lieber für wichtigere Dinge. Und davon gibt es viele. Wie z.B. die Hochzeit unserer Nachbarin wo ich geholfen habe, nicht direkt Nachbarin, aber sie wohnt doch so nah dran, dass ich nachts fast aus dem Bett gefallen bin, weil ihre Musik so laut war. Ich war mehr wie froh, als dieses Spektakel sein Ende hatte. Schließlich liebe ich ja die Ruhe hier so.  Es war ein riesen Fest und ging fast eine Woche lang. Jeden Tag trafen sich die Frauen des Dorfes vormittags zu gemeinsamen Vorbereitungen des eigentlichen Festes und des Festes selber. Dazu gehörten backen und  kochen, denn wer hilft kann ja nicht daheim sein zum Kochen. Und ich mitten drin und doch nicht dabei. Lampungnesisch heißt die Sprache hier unten und aller beherrschen sie nur ich nicht. Ok sie sprechen auch alle indonesisch, aber  über das  alltägliche Geplänkel ging es eh nie hinaus und ob mich wirklich interessiert wie die Unterhose des Nachbarn aussieht, bezweifle ich eh.

Bei Kindern gibt es da wohl noch mehr zum austauschen, aber auch hier macht sich bemerkbar, dass das Lampungnesisch alles etwas verkompliziert und somit den Prozess des Zusammenfindens verlangsamt. Wir werden wohl ein paar Kinder aus dem Dorf arrangieren, damit sie uns diese Sprache näher bringen. Trotzdem haben Ida und Ella Spaß bei spielen mit ihnen und das inzwischen auch auf unserem angefangenen Spielplatz.

Viel sichtbares geschaffen haben wir auch, eigentlich wollte Jo nur eine Bank an dem Platz, wo er morgens immer sitzt, Kaffee trinkt und Wellen schaut. Daraus wurden dann  2 Bänke, 1 Tisch, 1 Mülleimer, 1 Traumfänger,  1 Willkommenszeichen und 1 Schaukel. Seitdem können wir uns selten trennen von diesem Platz, vor allem nicht wenn es gerade Swell hat und Leute draußen sind, die surfen können.

Und das hatten wir, denn die WSL läuft gerade in Tanjung Setia und da gab es Startschwierigkeiten am ersten Tag, sodass viele den frischen Swell nutzen und sich bei uns vor der Haustür austobten. Besser wie im Fernsehen! Es war eine reine Freude den Jungs bei ihrer Barrel search zu zusehen.

Und dann war der Tag endlich da und Ida kam mit 2 Eiern an! Was für eine Freude! Und was für ein Geschmack! Obwohl Ida sie erstmal gar nicht essen wollte, weil sie lieber wieder Küken haben will. Bekommt sie auch wieder! Die legen ja öfter mal ein Ei, nur nicht wie erwartet täglich. Wieder was gelernt..

Stolze Bienenbesitzer sind wir inzwischen auch! Jo hatte beim Nachbarn geholfen, einen Baum zu fällen und dann war da der Stamm hohl und gefüllt mit Bienenwaben. Der Nachbar wollte sie nicht, also haben wir mal eben das Auto aus der Garage geholt, den riesigen Baumstamm hinein gerollt und auf unser Land gebracht. Es wurde erstaunlicher Weise niemand gestochen und ihren neuen Platz haben sie inzwischen auch angenommen. Umsiedlung erfolgreich abgeschlossen. Ich hatte gedacht, damit könnte es Probleme geben. Und wieder ein neues Lernfeld: wie erntet man den Honig.

Ida ist in der Zeit 7 geworden und der ganze Tag drehte sich natürlich nur um sie und ihre Wünsche. Also gab es erstmal Cornflakes zum Frühstück, zum Lunch Eis,  Pommes zum Mittag, Babychino (selbstgemacht) und Kuchen zur Kaffee Zeit  und Pizza zum Abendbrot mit drauf folgendem Stockbrot und Marshmallows am Lagerfeuer. Was für ein Kindertag! Und zwischendurch immer wieder Filmchen schauen..

Dann haben die Kinder entdeckt wie toll doch das Riff hier vor der Tür bei Ebbe zum schnorcheln ist! Ich bin dann auch mit und bin echt beeindruckt von dessen Furchen an denen sich links und rechts das Riff dann aufbaut. Einfach wunderschön! Und es hat auch so einiges an Fische hier.Kleine, aber nicht wenige! Jetzt geht es erstmal ans bestimmen und Namen herausfinden.  Das ist alles so faszinierend, dass sie jeden Tag aufs Neue Raus wollen in diese schöne Unterwasserwelt. Ist ja auch eine andere Welt. In die man so schön abtauchen kann.

Aber Backgammon ist und bleibt unantastbar und wird überall und jederzeit gespielt, auch allein gegen sich selbst aber am liebsten doch mit unserem Besuch, der direkt nach der Dusche abgefangen wird zum nächsten Spiel 😉

 

 

 

 

 

 

5.4.2018

Und wieder habe ich es nicht eher geschafft. Ich war aber auch viel unterwegs. Jo hatte sich beim säubern unseres Landes die Sichel ins Knie gehauen und konnte deshalb nicht seinem geliebten Job nach gehen. Wir hatten nämlich unseren ersten zahlenden Gast da, die ihn auch als Guide haben wollte. Somit musste ich einspringen, auch wenn ich nicht wirklich diesen Part übernehmen konnte. Ich habe einfach nicht diese Selbstsicherheit wie auf Bali hier und fühle mich hier in allen Wellen irgendwie noch immer wie ein Anfänger. Spaß hatten wir trotzdem und sind auch oft ins Wasser gekommen, haben aber auch viel Zeit auf dem Moped verbracht mit der Suche nach geeigneten Wellen für uns.

Bei einer Suche sind wir anderthalb Stunden weiter gen Westen gefahren und da hat uns die Natur mal wieder so richtig ihre Stärke gezeigt. So richtig überzeugt war ich von der Grösse der Wellen da ja nicht, aber nachdem wir so weit gefahren waren, wollten wir einfach ins Wasser. Sind wir auch. Kino! Double Over Head Wellen mit Top Surfern drinnen. Was für ein Film! Wunderschön an zusehen, denn es gab kein Wind und das Wasser war so klar, dass wir das Riff und die Fische darin sehen konnten. Und dann entschieden wir uns wieder an Land zu gehen, da wir einfach nicht mutig genug waren diese Dinger an zu paddeln. Auf dem Weg rein kam dann das Aufräumset des Tages und schlug direkt vor unserer Nase ein! Kein Weg führte unten drunter durch, somit nahm mich die Welle in die Mangel und wirbelte mich mal so richtig durch, bis ich nicht mehr wusste wo oben und unten war. Dann spürte ich das Riff an meinem Fuß und drückte mich hoch. Und da war auch schon die zweite Set Welle und schlug vor mir ein. Bad Timing. Die war glücklicherweise etwas kraftloser und hinterließ einen kleineren Schrecken. Als wir endlich an Land waren, lachten wir erstmal. Vor Glück und Erleichterung wieder an Land zu sein, es überlebt zu haben oder diese Macht gespürt zu haben, wer weiß das schon.. Wir waren jedenfalls glücklich im Lineup gewesen zu sein und ich mal wieder die Macht des Meeres.

Und dann waren da noch die anderen mit denen wir viel Unternommen haben. Ein Ozzi, ein Ukrainer, ein Ösi, zwei Amis und wir. Jo war happy ihnen seine Geschichten erzählen zu können und wir waren happy gemeinsam surfen gehen zu können. Coole Truppe, wir hoffen alle bald hier wieder zu sehen.

Und dann starb völlig unerwartet die Nachbarin direkt neben uns. Die liebe Frau mit den 3 Kindern (jüngste 8Jahre) die so oft ungefragt bei Regen einfach unsere Wäsche mit rein genommen hat oder abends wenn wir nicht da waren, die Tiere in den Stall ließ. Sie hatte Magen Darm und ist dabei ohnmächtig geworden, 10h später war sie verstorben. Tags drauf habe ich geholfen bei der Essenzubereitung für die Beerdigung. Sehr seltsame Stimmung. Alle Frauen hinter dem Haus am zusammen sitzen, Kochen, schnippeln, quatschen. Im Haus Frauen welche die Leiche vorbereitet haben. Und dann vor dem Haus die Männer am beten. Nachdem sie zum Grab getragen war, habe ich schnell das Dorf verlassen und bin surfen gegangen. Mich abspülen. Reinigen. Hat geholfen. Bedrückt bin ich trotzdem jedesmal, wenn ich rüber zum Nachbarhaus schau und ebenso wenn ich die Kinder sehe.

Nicht nur die Nachbarsfrau wurde von uns genommen, der Waran hat sich auch 4 Küken geholt. 4! Bis Mama Huhn gecheckt hat, wo sie ihre Kinder nicht hinzubringen hat, damit sie überleben. Statt der zwei letzten Küken hat der sich dann unsere kleine Schildkröte geholt. Jo hatte vorher schon eine grössere von einem Nachbar-jungen abgekauft, in weiser Vorahnung. Neue Hühner hat er auch besorgt, diesmal ausgewachsene Tiere. Ein Hahn auf den er ganz stolz ist und der spezial Behandlung bekommt. Ich freu mich auf eigene Eier, die letzten gekauften hatten einen komischen Geschmack, den aber komischerweise nur ich bemerkt habe.

Dann sind wir mit dem Moggel nach Krui zu einem Geburtstag. Da das Stroh noch drinnen war, haben wir uns kurzerhand ein super weiches Strohbett draus gemacht. Vielleicht sollten wir unsere Matratzen lieber damit befüllen, denn die Baumwolle, die sich jetzt drin befindet ist inzwischen so hart wie Stein und wir Großen bekommen Rückenweh davon. Das Alter sitzt uns in den Knochen, aber surfen tun wir wie die Jungen. HAHAHAHA

Ein wenig Kultur durften wir im Ombak Indah bestaunen. Die 4 Mädels haben einheimische Tänze zum 40igsten Geburtstag eines Gastes vorgeführt und wir durften dabei sein. Jo hat danach mit ein paar Songs unsere Dankbarkeit unterstrichen und den Jungs ein wenig eingeheizt.

Meine Gärtnerei versuche gehen weiter und ich habe ein neues System, um den Überblick zu behalten, wo wann was gepflanzt wurde.

Dann der letzte krasser Augenöffner der Natur, war auf dem Rückweg von Lampung. Wir hatten zufälligerweise die Abreise unseres ersten zahlenden Gastes und unseres ersten Wwoofers am gleichen Tag, also hatten wir kurzerhand beschlossen, nach Lampung zum Flughafen zu fahren. Auf dem Heimweg hatte es tierisch angefangen zu regnen, aber so richtig, dass die Straßen teilweise schon knietief unter Wasser standen. Wir kamen langsam aber gut aus der Stadt und dann kurz vor dem Regenwald hinter eine Kurve standen Autos mit Warnblinker an. Jo sagte völlig trocken: “Stellt euch auf eine Nacht im Auto ein.” Erdrutsch. Wir hatten jedoch Glück und schon nach einer Stunde hatten sie Strasse frei geräumt. Hätte ich nie mit gerechnet, da es Nacht war und irgendwo im Nichts. Respekt! Halbe Strasse weggespült. Das wechselhafte Wetter hält bis heute an, ist jedoch nicht so mächtig wie an dem Tag unserer Reise.

 

 

 

20.03.2018

Ich habe endlich wieder ein funktionierendes Telefon. Wie schön und einfach das Leben doch ist, wenn die Technik funktioniert oder wenn man sie einfach um die Ecke bekommen kann. Aber wer  will schon einfach, ich jedenfalls nicht, deshalb lebe ich, wo ich lebe, denn einfach ist langweilig hab ich festgestellt und es entfernt uns vom Wert der Dinge. Ich bin jedenfalls heilfroh, dass ich wieder easy Fotos machen kann, denn das liebe ich irgendwie und von daheim wieder bloggen, macht das Leben auch wesentlich unkompliziert. Also sorry für die schechte Qualität der Bilder, falls man das sieht.

Es ist viel passiert die letzten Tage, soviel, dass ich mich kaum mehr erinnern kann. Wie gut, dass ich eine What‘s App Gruppe habe, wo ich täglich schreibe. Fotos erzählen ja auch Geschichten, aber halt doch nicht alles.

Da Joko sich unsicher ist, ob er hier leben will, werden wir wohl den Hausbau auf weiteres verschieben und konzentrieren uns erstmal auf den Garten. Deshalb habe ich angefangen den Garten um unser gemietet Haus zu erweitern und habe mit alten rumstehenden Dachziegeln Beete angelegt, in der Hoffnung dort alltägliches anpflanzen zu können. Ok Chia ist jetzt nichts alltägliches, aber ich hab lieber ein Auge drauf, denn die fressfreudigen Kühe machen vor nix halt.

Aber auch bei uns auf dem Land haben wir etwas bewegt und die ersten Hochbeete begonnen an zu legen. Das viele Holz habe ich zwischen dem ganzen Müll rausgesammelt, in der Hoffnung, dass es das Wasser speichert, wie beschrieben in einem der Permabücher die ich schon so gelesen habe.

Viel nachgedacht über was wo hinkommen soll, habe ich auch schon, aber inzwischen hat sich da schon wieder so einiges geändert, da wieder ein Huhn gestorben ist und wir die Sonne mehr zur Desinfektion des Hühnerstalls nutzen wollen. Lernen aus Fehlern.

Seitdem wir die Schubkarre haben, kommen die Kids auch gerne mit aufs Land. So ein Ritt darin scheint wahrhaftig aufregend zu sein.

So sehen wohl Farmer aus, so habe ich sie mir zumindest vorgestellt. Und mit dem ersten mal Reisstroh mit dem Moggel zu holen, habe ich meine Vorstellung realisiert. Es war definitiv heiß, aber eine leichte Brise machte die Hitze erträglich. Mit halbvoll beladenem Auto sind wir zurück. Liegt immer noch drinnen, da wir noch kein Dach haben, wo wir es geschützt unterbringen können. Die Kinder spielen ja ganz gerne darin, auch wenn es juckt und sie danach duschen müssen.

Apro po jucken, es gibt hier tatsächlich Brennesseln! Die machen sich ja nicht nur Tee und im Salat gut, sondern auch als Brennesseljauche auf dem Feld gegen Schädlinge. Wie gut, dass ich aus D-land ein paar Handschuhe für die Gartenarbeit mitgebracht hatte.

Zum surfen bin auch gekommen, jedoch habe ich mir am Riff ordentlich die Füsse aufgerissen. Das hat mich erstmal lahmgelegt und der Surf war es leider auch noch nicht mal wert. Aber: „If you dont go you will never know“ hat mal ein Surfcoach gesagt und das begleitet mich nun schon soooo viele Jahre.

Die Kinder jedenfalls lieben die Hühner, kuscheln ständig mit ihnen und ich darf sie des öfteren daran erinnern, dass es Tiere sind und nicht ins Haus gehören. Aber süss ist es ja, sie so zu sehen, so vertraut.

Und ja, dann hatten wir das Glück, dass jemand vorbei kam, der mit seiner Drohne Fotos und Videos von Way Jambu gemacht hat. Die Hauptsaison startet so langsam und immer mehr Weisse kommen vorbei und lassen sich beeindrucken von dieser traumhaften Natur. Ich hoffe inständig, dass sie noch weitere 30 Jahre so bleibt und der Flughafen nicht in den nächsten 10 Jahren erweitert wird. Denn Bali sah definitiv einmal genauso aus..

 

 

 

09.03.2018

Mein Telefon ist ja bei unserer Dschungeltour ins Wasser gefallen, seitdem mache ich kaum Fotos. Wir haben zwar eine Spiegelreflexkamera, aber die hat auch schon ein paar Altersschwächen und wie das so ist, tragen wir die halt auch nicht immer bei uns. So langsam komme ich dem damaligen Ziel, weniger im Netz zu surfen zwangsweise näher, obwohl ich das gerade gar nicht mehr so gut finde.

Schöne Bilder macht die Kamera ja alle male und jeah, der Chia wächst und gedeiht! Freue mich schon auf die Ernte und Weitervermehrung.

Habe das erste Mal versucht hier Brot zu backen und das ganz ohne Ofen! Das Brot war ziemlich genial und innerhalb weniger Minuten weg, dafür musste allerdings ein Topf dran glauben, der jetzt als Blumentopf weiter dient. Vielleicht hat es aber auch so gut geschmeckt, weil das Sorghum von Ida mit unserer brandneuen Kaffeemühle handgemahlen war.

Viel Zeit auf dem Land haben wir letzte Woche auch verbracht. Jo ist mit 4 Frauen einen Tag lang das gesamte Buschwerk lichten gegangen und seitdem scheinen wir zwei einen Durchblick zu haben. Außerdem hat Jo 5 Bäume gefällt, damit unsere zukünftigen Pflanzen mehr Licht zum Wachsen haben und das brachte auch gleich neue Ideen für die Gestaltung des Geländes. Momentan arbeiten wir täglich daran, der entstandenen Biomasse von den gefällten Bäumen Herr zu werden.

Jo hatte sich extra eine Säge gekauft, die nach 4 Tagen Benutzung auch schon wieder den Geist aufgegeben hat. Da wir zur Reparatur oder auswechseln nach Bandar Lampung müssen, werden wir wohl die dicken Stämme nicht selber in Bretter verwandeln können. Diese kleinen Hindernisse mehren sich. Aber Probleme sind nur Probleme, wenn wir sie als solche sehen.  Für mich sind es kleine Herausforderungen, die das Leben bereichern und womit Erfahrungen gesammelt werden können, welcher Art auch immer. Damit ist das Leben definitiv viel sonniger.

Das hier ist meine größte Baustelle, hier haben die angrenzenden Nachbaren über die letzten Jahrzehnte ihren Hausmüll, Kuhdung und altes Holz entsorgt. So fruchtbare Erde! Wir wollen sie vom Müll trennen, was für ein Unterfangen, denn der Berg ist nicht gerade klein! Und was machen wir dann mit dem ganzen Plastikmüll? Ha, wir wollen leere Milchtüten damit befüllen (wir sammeln schon fleißig, haben Cafés und Hotels schon informiert und die ersten 100 schon zusammen)  um ein Haus damit zu bauen! Nach zwei Tagen Müll sammeln und in Milchtüten drücken, denke ich allerdings, dass der Müll auf unserem Land dafür vorne und hinten nicht reichen wird. Aber wir leben ja hier nicht alleine im Dorf und wer was will findet Wege.

Nicht nur auf dem Land geht es vorwärts, auch beim surfen. Ich war mal wieder hier am Hausstrand im Wasser und merke, dass ich entspannter werde und mich traue mehr Wellen anzupaddel. Aber irgendwie scheine ich entweder zu langsam oder die Wellen zu schnell zu sein. Jedenfalls sind wir dann rüber zu Tanjung Setia, wo es wesentlich kleiner war, um dort weiter zu surfen. Dort haben sich die Kinder auch ganz köstich amüsiert und versucht Skateboard zu fahren.

Dann wurde der Avocadobaum vor unserem Haus beerntet. Ganze 5 Säcke voll hat er produziert und da Joko geholfen hat, haben wir auch welche abbekommen. Eine der Avocados hat Jo’s Motorrad allerdings eine ordentliche Delle verpasst, da war er ganz schön angepisst, verständlicherweise, und hat den Rest des Tages damit verbracht sie auszubeulen.

Beim checken der Wellen in Mandiri sind wir auf diese Jungs gestoßen, die gerade aus dem Wasser vom surfen kamen. Jo redet ja immer sofort mit jedem und auch diesmal hatte er schnell die jungen Herzen gewonnen und sie teilten ihre Geschichten mit ihm und es wurde viel gelacht.

Und dann kam Jo mal wieder mit neuen Hühnern an. Diesmal eine Mutter mit 6 kleinen und eine andere fast ausgewachsense Henne. Ich bin ja mal gespannt, wann ich meine ersten selbst gesammelten Eier essen kann. Die Kinder sind jedenfalls mehr wie begeistert von den kleinen Flauschis und fangen sich, zum Ärger der Henne, die kleinen täglich mehrmals zum kuscheln ein. Dabei werden sie immer geschickter oder werden die Küken der Rennerei mürbe? Jedenfalls ist unser neues morgentliches Ritual früh aufstehen und Hühner rauslassen sowie füttern.

So langsam kommen wir in dieser Welt hier also an und fassen Fuss. Ich bin immer noch mehr wie begeistert, das hält sich bei Jo allerdings irgendwie in Grenzen. Ihm fehlt einfach die Leichtigkeit des Lebens auf Bali. Aber ich denke, dass ist alles nur eine Frage der Zeit und Gewohnheit und Anpassung. Die Zukunft wird es zeigen.